Was darf mein Auto ziehen? Anhängelast, Zuladung & Führerschein erklärt
Anhängelast, zulässige Gesamtmasse und der passende
Führerschein einfach erklärt – mit Rechenbeispielen. Für die genaue Zahl zu
deinem Gespann gibt es den kostenlosen Rechner.
Wie viel dein Auto ziehen darf, steht in seinem Fahrzeugschein
(Zulassungsbescheinigung Teil I): Feld O.1 nennt die höchste Anhängelast
mit einem gebremsten Anhänger, Feld O.2 die (niedrigere) mit einem
ungebremsten. Ob dein konkretes Gespann passt, entscheidet sich in drei
Schritten:
Anhängelast des Autos: O.1 (gebremst) oder O.2 (ungebremst) aus dem
Auto-Schein ablesen.
Wirkliche Grenze: Es zählt der kleinere Wert aus dieser
Anhängelast und der zulässigen Gesamtmasse des Anhängers (Feld F.2).
Führerschein: Die Summe der zulässigen Gesamtmassen von Auto und
Anhänger muss zu deiner Klasse (B, B96 oder BE) passen.
Klingt nach viel? Der Rechner nimmt dir alle
drei Schritte ab – du trägst nur die Zahlen aus den Scheinen ein.
Anhängelast, zulässige Gesamtmasse & Zuladung – die Begriffe erklärt
Auf jedem Fahrzeugschein stehen mehrere Gewichtsangaben, die auf den ersten
Blick ähnlich klingen, aber unterschiedliche Dinge bedeuten. Für die Frage
„Wie viel darf ich laden?" brauchst du vor allem drei davon.
Zulässige Gesamtmasse, Leermasse und Zuladung im Unterschied
Die zulässige Gesamtmasse (Feld F.2) ist das höchste Gewicht, das ein
Fahrzeug beladen überhaupt haben darf. Die Leermasse (Feld G) ist das
Gewicht des unbeladenen Fahrzeugs ab Werk. Zieht man die Leermasse von der
zulässigen Gesamtmasse ab, bleibt die Zuladung übrig – genau das
Gewicht, das noch draufdarf.
Anhängelast des Zugfahrzeugs – was Feld O.1 und O.2 bedeuten
Beim Anhänger reicht die zulässige Gesamtmasse allein nicht aus – dein Auto
muss ihn auch ziehen dürfen. Das steht in den Feldern O.1 und O.2 im
Fahrzeugschein deines Autos: O.1 nennt die höchste erlaubte Anhängelast mit
einem gebremsten Anhänger, O.2 die deutlich niedrigere Anhängelast mit
einem ungebremsten Anhänger. Am Ende zählt immer der kleinere Wert aus
„zulässige Gesamtmasse des Anhängers" und „Anhängelast des Autos".
Gebremster vs. ungebremster Anhänger – warum das entscheidend ist
Ob dein Anhänger gebremst ist, entscheidet, welches der beiden
Anhängelast-Felder zählt. Ein Anhänger mit eigener Auflaufbremse darf deutlich
mehr wiegen als ein ungebremster. Erkennen lässt sich eine Auflaufbremse meist an
einem beweglichen Mechanismus an der Deichsel mit Abreißseil-Haken.
Ungebremste Anhänger: die 750-kg- und die 50-%-Regel
Für ungebremste Anhänger gelten zwei Obergrenzen: Zum einen liegt die zulässige
Gesamtmasse grundsätzlich bei höchstens 750 kg. Zum anderen darf ein
ungebremster Anhänger als Faustregel etwa die halbe Leermasse des
Zugfahrzeugs nicht überschreiten (die sogenannte 50-%-Regel). Beides ist im
Hintergrund bereits im Wert O.2 deines Fahrzeugscheins berücksichtigt –
maßgeblich ist immer der dort eingetragene Wert O.2. Genau mit diesem Wert
rechnet auch der Rechner; die 50-%-Regel musst du also nicht selbst ausrechnen.
Rechenbeispiele: typische Gespanne durchgerechnet
Drei häufige Fälle – Schritt für Schritt, mit denselben Regeln, die auch der
Rechner nutzt. Die Zahlen stammen aus den Fahrzeugscheinen von Auto und Anhänger.
1) Auto begrenzt die Zuladung – Führerschein B reicht
Auto: zGM (F.2) 1.800 kg, Anhängelast gebremst (O.1) 1.300 kg
Gebremst → es zählt O.1 = 1.300 kg. Kleinerer Wert
aus 1.500 kg (Anhänger-F.2) und 1.300 kg (Auto) = 1.300 kg reale Grenze.
Minus Leermasse: 1.300 − 350 = 950 kg Zuladung. Kombi 1.800 + 1.500 =
3.300 kg ≤ 3.500 kg → B reicht (200 kg Reserve).
✓ Erlaubt: bis 950 kg zuladen.
2) Zuladung passt, aber der Führerschein bremst
Auto: zGM (F.2) 2.100 kg, Anhängelast gebremst (O.1) 1.500 kg
Rein von der Last her ginge einiges (Grenze 1.500 kg,
Zuladung bis 1.100 kg). Aber: Kombi 2.100 + 1.600 = 3.700 kg übersteigt
die 3.500-kg-Grenze der Klasse B. Weniger beladen hilft nicht – es zählt die
zulässige Gesamtmasse laut Schein.
✗ Mit B nicht erlaubt – mit B96 (bis 4.250 kg) ginge es.
3) Kleiner ungebremster Baumarkt-Anhänger
Auto: zGM (F.2) 1.400 kg, Anhängelast ungebremst (O.2) 640 kg
Ungebremst → es zählt O.2 = 640 kg. Kleinerer Wert
aus 750 kg (Anhänger) und 640 kg (Auto) = 640 kg. Minus Leermasse:
640 − 180 = 460 kg Zuladung. Anhänger ≤ 750 kg → B reicht immer.
Führerschein für Anhänger: Klasse B, B96, BE erklärt
Ob dein Führerschein für ein bestimmtes Gespann reicht, hängt von der Summe
der zulässigen Gesamtmassen von Auto und Anhänger ab – nicht von der
tatsächlichen Beladung. Die folgende Tabelle zeigt die Grenzen auf einen Blick:
Klasse
Grenze Auto + Anhänger (zGM zusammen)
Grenze Anhänger (zGM)
Kurz erklärt
B
bis 3.500 kg
bis 750 kg immer erlaubt
Normaler Autoführerschein. Anhänger bis 750 kg zGM gehen unabhängig vom Auto immer.
B96
bis 4.250 kg
über 750 kg möglich
Erweiterung von B (Schulung ohne Prüfung), wenn Auto + Anhänger zusammen 3.500–4.250 kg wiegen.
BE
Auto-Gewicht zählt nicht als Kombi-Grenze
bis 3.500 kg
Eigene Klasse mit Prüfung. Erlaubt Anhänger bis 3.500 kg zGM, unabhängig vom Zugfahrzeug.
Es zählen immer die zulässigen Gesamtmassen laut
Fahrzeugschein (Feld F.2), nicht das tatsächliche Ladegewicht.
Klasse B – bis 3.500 kg Kombination, Anhänger bis 750 kg immer erlaubt
Mit dem normalen Führerschein B darfst du einen Anhänger ziehen, solange die
Summe der zulässigen Gesamtmassen von Auto und Anhänger 3.500 kg nicht
übersteigt. Eine wichtige Ausnahme: Ein Anhänger mit höchstens 750 kg
zulässiger Gesamtmasse ist immer erlaubt, unabhängig von dieser Grenze.
Schlüsselzahl B96 – die Erweiterung bis 4.250 kg
Mit der Schlüsselzahl 96 (kurz B96) darfst du Gespanne bis 4.250 kg
Kombinationsgewicht ziehen. B96 ist keine eigene Klasse, sondern eine
Erweiterung von B, die in der Regel nach einer kurzen Schulung ohne Prüfung
erworben wird. Auf der Führerschein-Rückseite steht die 96 in der Zeile B,
Spalte 12.
Klasse BE – der „große" Anhängerführerschein bis 3.500 kg Anhänger
Mit BE darfst du Anhänger bis 3.500 kg zulässiger Gesamtmasse ziehen,
unabhängig vom Gewicht des Zugfahrzeugs. BE ist eine eigene Führerscheinklasse
mit praktischer Prüfung und steht auf der Rückseite der Karte als eigene
Zeile.
Führerschein vor 1999 (alte Klasse 3) – warum dieser Rechner hier bewusst
kein Ergebnis liefert
Wer den Führerschein vor dem 1. Januar 1999 erworben hat, besitzt oft die
alte Klasse 3 mit eigenen, teils abweichenden Berechtigungen. Weil sich diese
Fälle nicht pauschal in dieselbe Formel pressen lassen, liefert dieser Rechner
hier bewusst kein Ergebnis – lieber keine Auskunft als eine falsche.
Zulässiges vs. tatsächliches Gewicht – der wichtigste Unterschied
Kurz gesagt: Fürs Fahren und für ein mögliches Bußgeld zählt das
tatsächliche Gewicht deines beladenen Anhängers, für die Führerscheinklasse
dagegen die zulässige Gesamtmasse laut Fahrzeugschein. Diese Verwechslung
ist der häufigste Fehler.
Das tatsächliche Gewicht ist, was der beladene Anhänger auf der Waage
wirklich wiegt – das darfst du im Alltag nie über seine zulässige Gesamtmasse
(Feld F.2) hinaus bringen, sonst ist es Überladung. Die zulässige Gesamtmasse
ist der eingetragene Höchstwert; sie entscheidet, welchen Führerschein du brauchst –
unabhängig davon, wie viel wirklich auf dem Anhänger liegt. Weniger beladen hilft
also beim Führerschein nicht. Ob dein beladener Anhänger die Grenze im Alltag
einhält, lässt sich nur durch Wiegen sicher feststellen – etwa an einer
öffentlichen Waage, besonders wenn du nah an der berechneten Grenze lädst.
Was kostet Überladung? Bußgelder für Anhänger & Gespanne
Kurz gesagt: Fürs Bußgeld zählt das tatsächliche Gewicht. Bei Pkw-Anhängern
beginnt die Strafe bei geringer Überladung im niedrigen zweistelligen Euro-Bereich
und steigt mit dem Überladungsgrad; ab mehr als 20 % Überladung kommt ein Punkt
in Flensburg hinzu.
Die Höhe richtet sich danach, um wie viel Prozent das zulässige Gewicht
überschritten wurde – je mehr, desto teurer. Überladung ist ein Verstoß gegen die
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung und kann im Schadensfall zusätzlich
Versicherungs- und Haftungsprobleme auslösen. Die genauen, tagesaktuellen Beträge
stehen in der offiziellen Übersicht →
Bußgeldkatalog: Anhängelast & Überladung.
Angaben orientierend, ohne Gewähr – im Zweifel wiegen.
Stützlast: die Kraft auf der Anhängerkupplung
Kurz gesagt: Die Stützlast ist das Gewicht, mit dem die Deichsel nach unten
auf die Kupplung drückt. Als Faustregel sollte sie etwa 4 % der tatsächlichen
Anhängelast betragen – höchstens aber den im Fahrzeugschein bzw. am Typschild
eingetragenen Wert (oft 50–100 kg).
Sowohl dein Auto als auch der Anhänger und die Kupplung haben einen zulässigen
Höchstwert für die Stützlast; maßgeblich ist immer der niedrigste dieser
eingetragenen Werte, nicht die Faustformel. Zu wenig Stützlast → der Anhänger
neigt zum Pendeln (Aufschaukeln); zu viel → die Kupplung und die Hinterachse werden
überlastet. Grob einschätzen lässt sie sich mit einer Personenwaage unter der
Deichsel auf Kupplungshöhe. Beeinflussen kannst du die Stützlast über die
Lastverteilung: Schweres näher an die Achse rücken senkt sie, weiter nach vorn
erhöht sie.
E-Auto & Hybrid: Anhängelast beachten
Kurz gesagt: Viele Elektro- und Hybridautos dürfen Anhänger ziehen –
maßgeblich sind auch hier die Felder O.1/O.2 im Fahrzeugschein. Manche
E-Autos haben aber 0 kg eingetragene Anhängelast und dürfen dann gar nicht
ziehen.
Zwei Besonderheiten: Erstens erhöht die schwere Batterie die Leermasse des
Autos spürbar – das zehrt an der Zuladung und lässt die Kombigrenze für den
Führerschein (Summe der zulässigen Gesamtmassen) früher erreichen. Zweitens ist die
eingetragene Anhängelast bei E-Autos oft niedriger als bei vergleichbaren
Verbrennern. Für die Berechnung ändert sich nichts an der Logik: Der
Rechner nutzt einfach die Werte O.1/O.2 und F.2
aus deinen Scheinen.
Tempo 100 für Gespanne – was gilt?
Kurz gesagt: Für Pkw mit Anhänger gilt auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen
in Deutschland grundsätzlich Tempo 80. Die häufig genannten „100 km/h" sind
nicht automatisch erlaubt, sondern setzen eine besondere
Tempo-100-Zulassung voraus.
Dafür müssen bestimmte technische Voraussetzungen erfüllt sein – unter anderem ein
geeigneter Anhänger (z. B. passende Reifen, bei Wohnanhängern oft Stoßdämpfer) und
ein günstiges Verhältnis der Gewichte von Zugfahrzeug und Anhänger. Sind die
Bedingungen erfüllt, wird die Zulassung eingetragen und der Anhänger trägt hinten
eine 100-km/h-Plakette. Ob dein konkretes Gespann die Voraussetzungen
erfüllt, klärt die Zulassungsstelle bzw. eine Prüforganisation – die
Voraussetzungen erklärt der
ADAC-Ratgeber zur 100-km/h-Zulassung.
Dieser Rechner trifft dazu keine Aussage.
Die häufigsten Irrtümer bei Anhänger-Zuladung und Führerschein
„Wenn ich weniger belade, reicht mein Führerschein doch"
Das ist einer der häufigsten Irrtümer: Für die Führerscheinklasse zählt die
zulässige Gesamtmasse laut Fahrzeugschein – nicht das tatsächliche
Gewicht der Beladung. Ein leerer oder leicht beladener Anhänger mit hoher
zulässiger Gesamtmasse braucht trotzdem den passenden Führerschein.
„Es zählt doch, was wirklich draufliegt"
Teils richtig, teils falsch – deshalb die häufigste Verwechslung: Fürs Fahren und
fürs Bußgeld zählt das tatsächliche Gewicht, für den Führerschein die zulässige
Gesamtmasse laut Schein. Ausführlich im Abschnitt
Zulässig vs. tatsächlich.
Grenzfälle, die dieser Rechner (noch) nicht abdeckt
Bewusst außen vor bleiben in der Berechnung: nachträgliche Auflastung von
Fahrzeugen, Lkw und Sattelzüge, Wohnmobile sowie ausländische oder sehr alte
Führerscheine. Für diese Fälle hilft nur eine individuelle Auskunft bei
Zulassungsstelle, Hersteller oder einer Kfz-Prüfstelle.
Richtig beladen & Überladung erkennen
Ob dein Gespann sicher fährt, hängt nicht nur vom Gesamtgewicht ab, sondern
auch davon, wie die Ladung auf dem Anhänger liegt. Eine schlecht
verteilte Last kann schon unterhalb der erlaubten Grenze gefährlich werden.
Schweres über die Achse, nicht ans Ende
Die schwersten Teile gehören möglichst tief und direkt über oder knapp vor
die Achse des Anhängers – nicht ganz nach hinten und nicht ganz nach vorn.
Liegt zu viel Gewicht hinter der Achse, wird die Deichsel leicht und der
Anhänger kann bei höherem Tempo anfangen zu pendeln (aufschaukeln). Liegt zu
viel Gewicht vorn, drückt es stark auf die Kupplung.
Stützlast beachten
Wie schwer die Deichsel auf die Kupplung drücken darf, ist ein eigenes Thema –
ausführlich im Abschnitt Stützlast. Kurz: möglichst nah
an den zulässigen Höchstwert, nicht darüber, und nicht zu niedrig.
Woran du merkst, dass es zu viel ist
Anzeichen für Überladung oder schlechte Verteilung: Das Heck des Zugfahrzeugs
hängt sichtbar durch, die Scheinwerfer leuchten zu hoch, das Lenken fühlt sich
leicht/schwammig an, oder der Anhänger fängt bei Tempo an zu schlingern. Sicher
feststellen lässt es sich nur durch Wiegen – viele Wertstoffhöfe,
Landhändler und Autobahn-Kontrollstellen haben eine öffentliche Waage.
Tipps & Tricks im Umgang mit Anhängern
Mit Anhänger fährt sich ein Auto spürbar anders. Ein paar Grundregeln machen
den Unterschied zwischen entspannt und stressig.
Rückwärts rangieren
Beim Rückwärtsfahren lenkt der Anhänger genau andersherum, als man erwartet.
Fasse das Lenkrad unten an: Bewegst du die Hand nach rechts, fährt das
Anhänger-Heck nach rechts. In kleinen Schritten lenken, viel geradeziehen,
lieber einmal mehr vorziehen und neu ansetzen. Ein Helfer, der von hinten
einweist, spart Nerven.
Kurven, Abstand und Tempo
In Kurven zieht der Anhänger innen nach – deshalb weiter ausholen, besonders an
Kreuzungen und Kreisverkehren. Halte deutlich mehr Bremsabstand, das
Gespann ist schwerer und braucht länger. In Deutschland gilt für viele Gespanne
Tempo 80 (mit Zusatzbescheinigung teils 100) – auch wenn mehr erlaubt wäre,
macht ruhiges Tempo das Fahren stabiler.
Vor der Abfahrt kurz prüfen
Kupplung eingerastet und gesichert, Abreißseil eingehängt, Stecker für die
Beleuchtung drin und Licht getestet (Blinker, Bremse, Rücklicht), Ladung
gezurrt, Reifendruck passend. Diese zwei Minuten verhindern die häufigsten
Anhänger-Pannen.
Ein Anhänger kostet Sprit – vor allem durch Luftwiderstand und Gewicht. Mit ein
paar einfachen Hebeln bleibt der Mehrverbrauch im Rahmen.
Tempo raus
Der Luftwiderstand steigt mit dem Quadrat der Geschwindigkeit – der mit Abstand
größte Hebel. Wer statt 120 nur 90–100 km/h fährt, spart spürbar und fährt mit
Anhänger ohnehin sicherer und ruhiger.
Reifendruck und Ladung
Korrekter (eher oberer) Reifendruck an Auto und Anhänger senkt den
Rollwiderstand. Nimm nur mit, was du wirklich brauchst – jedes Kilo weniger
spart Kraftstoff. Eine flatternde Plane oder lose Abdeckung wirkt wie eine
Luftbremse: straff spannen oder abnehmen.
Vorausschauend fahren
Gleichmäßig rollen, früh vom Gas, sanft beschleunigen. Mit dem Mehrgewicht
eines Anhängers kostet jedes unnötige Bremsen und Wiederbeschleunigen
überproportional viel – gleichmäßiges Fahren ist der zweitgrößte Spar-Hebel
nach dem Tempo.
Rechtsgrundlagen kurz erklärt
Die Regeln zu Anhängelast und Führerschein stehen in offiziellen
Rechtsvorschriften. Die wichtigsten beiden zum Nachlesen im amtlichen Volltext:
Dieser Ratgeber und der Rechner fassen diese Regeln vereinfacht und ohne Gewähr
zusammen – sie ersetzen keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind immer die
Originaldokumente und die amtlichen Vorschriften.
Häufige Fragen
Was darf mein Auto ziehen?
Wie viel dein Auto ziehen darf, steht als Anhängelast in den Feldern O.1
(gebremster Anhänger) und O.2 (ungebremster Anhänger) im Fahrzeugschein. Für
dein Gespann zählt der kleinere Wert aus dieser Anhängelast und der zulässigen
Gesamtmasse des Anhängers (Feld F.2) – und zusätzlich muss dein Führerschein zur
Summe der zulässigen Gesamtmassen passen. Der Rechner erledigt das für dich.
Was ist die 50-%-Regel bei ungebremsten Anhängern?
Als Faustregel darf ein ungebremster Anhänger etwa die halbe Leermasse des
Zugfahrzeugs nicht überschreiten – zusätzlich zur allgemeinen Grenze von 750 kg.
Diese Grenze ist bereits im Wert O.2 deines Fahrzeugscheins berücksichtigt;
maßgeblich ist immer der dort eingetragene Wert O.2.
Was ist der Unterschied zwischen tatsächlichem und zulässigem Gewicht?
Das tatsächliche Gewicht ist das, was der beladene Anhänger auf der Waage
wirklich wiegt. Die zulässige Gesamtmasse ist der im Fahrzeugschein eingetragene
Höchstwert. Fürs Bußgeld und die Fahrsicherheit zählt das tatsächliche Gewicht,
für die Führerscheinklasse dagegen die zulässige Gesamtmasse laut Schein.
Wie schwer darf ein ungebremster Anhänger sein?
Ein ungebremster Anhänger darf höchstens 750 kg zulässige Gesamtmasse haben und
zusätzlich als Faustregel etwa die halbe Leermasse des Zugfahrzeugs nicht
überschreiten. Maßgeblich ist der Wert O.2 im Fahrzeugschein deines Autos.
Wie viel Bußgeld droht bei Überladung des Anhängers?
Bei Pkw-Anhängern beginnt das Bußgeld bei geringer Überladung im niedrigen
zweistelligen Bereich und steigt mit dem Überladungsgrad; ab mehr als 20 % kommt
ein Punkt in Flensburg hinzu. Die genauen, tagesaktuellen Beträge stehen im
offiziellen Bußgeldkatalog.
Wie hoch sollte die Stützlast sein?
Als Faustregel sollte die Stützlast etwa 4 % der tatsächlichen Anhängelast
betragen, höchstens aber der im Fahrzeugschein bzw. am Typschild von Auto und
Kupplung eingetragene Wert (oft 50 bis 100 kg). Zu wenig Stützlast lässt den
Anhänger pendeln, zu viel überlastet die Kupplung.
Dürfen Elektroautos Anhänger ziehen?
Viele Elektroautos dürfen Anhänger ziehen – maßgeblich sind auch hier die Felder
O.1 und O.2 im Fahrzeugschein. Manche E-Autos haben allerdings 0 kg eingetragene
Anhängelast. Zudem erhöht die schwere Batterie die Leermasse, was die mögliche
Zuladung und die Kombigrenze für den Führerschein früher ausreizt.
Gilt Tempo 100 für mein Gespann automatisch?
Nein. Für Pkw-Gespanne gilt grundsätzlich Tempo 80. Tempo 100 ist nur mit einer
besonderen Tempo-100-Zulassung erlaubt, die technische Voraussetzungen und eine
entsprechende Plakette am Anhänger erfordert. Ob dein Gespann sie erfüllt, klärt
die Zulassungsstelle.
Wie finde ich die Anhängelast meines Autos im Fahrzeugschein?
Die Anhängelast steht im Feld O.1 (gebremster Anhänger) bzw. O.2
(ungebremster Anhänger) deiner Zulassungsbescheinigung Teil I. Beide Werte
sind in Kilogramm angegeben – O.1 ist fast immer deutlich größer als O.2.
Was bedeuten die Felder O.1 und O.2 genau?
O.1 gibt an, wie viel Anhängelast dein Auto mit einem gebremsten Anhänger
ziehen darf. O.2 gilt für ungebremste Anhänger und ist wegen der fehlenden
eigenen Bremse deutlich niedriger. Welcher Wert zählt, hängt davon ab, ob
dein Anhänger eine eigene Auflaufbremse hat.
Darf ich mit Führerschein B einen Anhänger bis 750 kg immer ziehen?
Ja. Ein Anhänger mit höchstens 750 kg zulässiger Gesamtmasse ist mit
Führerschein B unabhängig von der Anhängelast deines Autos immer erlaubt,
solange dein Auto ihn ziehen kann. Erst darüber greifen die
Kombinationsgrenzen von B (3.500 kg), B96 (4.250 kg) oder BE.
Reicht mein Führerschein, wenn ich einfach weniger belade?
Nein. Für die Führerscheinklasse zählt die zulässige Gesamtmasse laut
Fahrzeugschein, nicht das tatsächliche Gewicht der Beladung. Ein leichter
beladener Anhänger ändert nichts an der erforderlichen Führerscheinklasse.
Was passiert, wenn ich mehr belade, als erlaubt ist?
Überladung ist ein Verstoß gegen die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung und
kann bei einer Kontrolle zu Bußgeld, Punkten und im Fall eines Unfalls zu
Versicherungs- und Haftungsproblemen führen. Im Zweifel hilft nur: wiegen.
Was ist der Unterschied zwischen zulässiger Gesamtmasse und Zuladung?
Die zulässige Gesamtmasse ist das höchste erlaubte Gewicht des beladenen
Anhängers. Ziehst du davon die Leermasse (Feld G) ab, erhältst du die
maximale Zuladung – also wie viel Gewicht du tatsächlich noch draufpacken
darfst.
Erkennt der Rechner auch alte Führerscheine (Klasse 3)?
Nein, bewusst nicht. Für Führerscheine vor 1999 (alte Klasse 3) und andere
Sonderfälle liefert der Rechner keine Berechnung, sondern den Hinweis
„Diese Auskunft wird aktuell nicht unterstützt" – lieber keine Auskunft als
eine falsche.
Ist die Berechnung dieses Rechners rechtlich bindend?
Nein. Der Rechner liefert eine informative Berechnung ohne Gewähr auf
Grundlage deiner Angaben. Er ersetzt keine Rechtsberatung und keine
behördliche Auskunft – maßgeblich sind immer deine Originaldokumente.